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Ripley

Originaltitel: RipleyGB | 2024 - 2024
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Bewertung der Redaktion:

Durchweg brillante Adaption eines Literaturklassikers

IMDb-Bewertung: 8,2 von 10

Ein Hochstapler klaut für sein Dolce Vita die Vita eines reichen Erben.

Als Patricia Highsmith 1955 ihren Antihelden Tom Ripley erschuf, war er ein Produkt seiner Zeit. Nicht ohne Grund haben sämtliche Adaptionen ihrer fünf Ripley-Romane davon abgesehen, die Geschichte in die Moderne zu versetzen: Spätestens mit dem Aufkommen des Internets und der drahtlosen Kommunikation würden Ripleys Hochstaplereien unglaubwürdig. Und so bleibt auch Oscar-Gewinner Steven Zaillian („Schindlers Liste“) mit seiner Neuverfilmung von „Der talentierte Mr. Ripley“ in der Vergangenheit, verlegt die Handlung allerdings von den 1950ern ins Jahr 1961.

Tom Ripley (Andrew Scott) hält sich in New York mit Scheckbetrug und anderen Schwindeleien über Wasser, als ihn der reiche Mr. Greenleaf einbestellt. In der irrigen Annahme, Tom sei ein Freund seines Sohns, wird Ripley nach Italien geschickt, um Dickie (Johnny Flynn) dazu zu bewegen, nach Hause zurückzukehren. Stattdessen schleicht sich Tom in das Leben von Dickie und seiner Freundin Marge (Dakota Fanning) – und beginnt eine Obsession mit tödlichen Folgen.

1999 heimste die von Anthony Minghella inszenierte Adaption mit Matt Damon fünf Oscar-Nominierungen ein. Die Serie nimmt zwei entscheidende Veränderungen vor. Mit „Fleabag“-Priester Scott wird Ripley deutlich älter angelegt, und die Inszenierung von Steven Zaillian ist vom Film noir inspiriert. Nicht nur, weil alle acht Folgen in Schwarz-Weiß gefilmt sind, die Kamera bleibt die meiste Zeit auch sehr statisch, wodurch lebendig inszenierte Momente, wie die berühmte Sequenz im Ruderboot, noch einmal besonders hervorstechen.

Die ruhige Kameraführung ist ein schöner Gegenentwurf zum austauschbaren Netflix-Einerlei wie „Red Notice“ und erlaubt es, sich tiefer auf die Charaktere einzulassen, zu denen in kurzen Gastauftritten auch „Dark“-Star Louis Hofmann und John Malkovich zählen. Die Präsenz von Letzterem, der 2002 in „Ripley’s Game“ bereits selbst einmal Patricia Highsmith’ Titelfigur verkörperte, macht dabei deutlich, dass Steven Zaillian und Netflix Größeres mit Ripley vorhaben: Malkovich spielt eine Figur, die im zweiten und dritten Ripley-Roman zentral wird. Auch die Tatsache, dass Tom Ripley vom italienischen Maler Caravaggio fasziniert ist, wirkt schon wie eine Vorbereitung für eine Adaption der weiteren Romane, dient zugleich aber auch aufgrund von Parallelen in ihrer Biografie als tiefergehende Charakterisierung von Ripley. Der wird von Scott dabei so perfekt verkörpert, dass man zugleich fasziniert und angewidert ist – und die Adaption der weiteren Ripley-Werke nicht schnell genug kommen kann.

Cast und Crew von "Ripley"

Cast

Tom Ripley
Andrew Scott
Marge Sherwood
Dakota Fanning
Dickie Greenleaf
Johnny Flynn
Matteo
Vittorio Viviani
Signora Buffi
Margherita Buy
Freddie Miles
Eliot Sumner
Inspector Pietro Ravini
Maurizio Lombardi
Ermelinda
Francesca Romana Bergamo
Naples Kid
Gennaro Arena
Herbert Greenleaf
Kenneth Lonergan
Alvin McCarron
Bokeem Woodbine
Mail Carrier
Austin Green

Crew

Regisseur
Steven Zaillian
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