Es gibt Serien, die es nie so richtig in das öffentliche GedĂ€chtnis schaffen, es aber verdient hĂ€tten. Einer dieser Geheimtipps, der nicht nur kurzweilig, sondern auch kurz ist, nennt sich "Les Revenants" im französischen Original und heißt hierzulande "The Returned". Die Mysteryserie ist nicht zu verwechseln mit dem US-amerikanischen Remake, das ebenfalls "The Returned" heißt, das Original ist allerdings um LĂ€ngen besser und hierzulande bei Disney+ verfĂŒgbar.

The Returned: Mystery- und Zombieserie mal anders

Wer "The Walking Dead" gesehen hat, wird sich schnell darĂŒber einig, dass das eigentlich Interessante an der Serie die zwischenmenschlichen Beziehungen waren. Wie man sich angesichts des zivilisatorischen Weltuntergangs gegenĂŒber anderen Menschen verhĂ€lt, war schon immer spannender als Zombies ĂŒber den Haufen zu schießen. Bei "The Returned" geht es genau darum: In einem französischen Bergdorf kennt jeder jeden und die ganze Stadt weiß, was Familie SĂ©guret passiert ist. Eine der Zwillingstöchter, Camille, ist vor einigen Jahren bei einem Busunfall ums Leben gekommen. Die Trauer ist groß, aber die Überraschung ist grĂ¶ĂŸer als die Familienmitglieder plötzlich glauben, dass Camille wieder vor ihnen steht.

Eine Nachwirkung der Trauer? Ein Geist? Aber die verloren geglaubte Tochter ist wirklich wieder da. Sie ernĂ€hrt sich zwar merkwĂŒrdig und sieht gleichermaßen nicht besonders "gesund" aus, aber sie ist zurĂŒck und schon nach kurzer Zeit stellt sich raus: Sie ist nicht allein, auch andere Verstorbene sind plötzlich wieder unter den Lebenden – allerdings können sie selbst nicht sagen, was passiert ist. Das gilt es jetzt herauszufinden, denn die Toten haben alle eines gemeinsam ...

Großes Geheimnis á la "Manifest"

Im Zentrum der Serie steht natĂŒrlich die Frage, warum die Erwachsenen und Kinder plötzlich von den Toten zurĂŒck sind, aber was die Familien und Geliebten wirklich beschĂ€ftigt, geht viel tiefer. Warum kommen einige zurĂŒck, aber andere nicht? Was machen die Menschen, die schon abgeschlossen haben? Vor allem die Eltern, die plötzlich ihre Kinder wiedersehen, brechen einem in absoluter RegelmĂ€ĂŸigkeit das Herz. Bei der Frau, die ihren Verlobten am Tag ihrer Hochzeit verlor, ĂŒberwiegt zwar die Freude, aber ist der Mensch, den sie liebte, wirklich wieder zurĂŒck? Oder hat der Tod ihn verĂ€ndert?

Nicht nur die moralischen Fragen sind Ă€ußerst spannend, vor allem sieht die Serie fantastisch aus. Stille, ruhige Musik drĂŒckt auf den Spannungsbogen wie auf die Saiten einer Geige und erzeugt so ein dauerhaftes Klirren, das wĂ€hrend der acht Folgen in der Luft liegt. Visuell fĂ€ngt "The Returned" die AtmosphĂ€re des Bergdorfs so dicht ein, dass man schon nach wenigen Folgen das GefĂŒhl hat, jede Ecke zu kennen. Die Serie stellt wie bei "Manifest" von Netflix ihr großes Mysterium ins Zentrum, weiß dieses aber perfekt von emotionalen Geschichten umspielen zu lassen. Auch die zweite Staffel ist sehr gut, bei der eine ganze Gruppe von Menschen zurĂŒckkehrt, auf die aber niemand mehr gewartet hat. Ein absolutes Muss fĂŒr Serienfans.