Story-Fuchs Neil Gaiman hat es wieder einmal geschafft. Mit Lucifer schuf er einen Comic-Charakter, der sich bestens für die TV-Landschaft eignet. 1989 war der Teufel erstmals in einer "The Sandman"-Ausgabe zu sehen. 26 Jahre später schaffte er zur eigenen Fernsehserie. Seither hat "Lucifer" so einiges mitgemacht. Nach drei recht erfolgreichen Staffeln wurde sie - für viele - aus heiterem Himmel von Sender Fox gecancelt. Die Gründe dafür behält der Sender bis heute für sich. Auch deshalb gingen die Fans auf die Barrikaden. Zahlreiche Kampagnen im Netz sorgten für einen weltweiten Aufschrei. Wie konnte man "Lucifer" nur canceln, nachdem die dritte Staffel mit 26 Episoden bedachte? Die vorigen Seasons schafften es nur auf 13 bzw. 18 Folgen. Zum Glück wurden die Schreie der Fans erhört. Netflix sprang in die Bresche und schickte "Lucifer" prompt in die vierte Staffel. Der Vorteil: Netflix muss sich nicht wie Fox an moralische Regeln des Fernsehens halten. Entsprechend schamloser wurden die Episoden des Streaming-Riesen. Doch kaum erschien der vierte Staffel, folgte die nächste Ernüchterung: Die fünfte Staffel soll wirklich die letzte werden. Daran will Netflix auch einem halben Jahr nicht mehr rütteln. Doch was wäre eine schlechte "Lucifer"-Nachricht ohne einer guten Seite? Nach den zehn Episoden der vierten Staffel wird die finale Season immerhin 16 Folgen umfassen.

Lange Rede, kurzer Sinn - Worum geht es in der Serie denn nun eigentlich? Der größte Trick des Teufels war, die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht? Denkste! Der Höllenfürst verfolgt einen ganz anderen Plan. Als Nachtclubbesitzer mit diabolisch-dunklem Lidstrich und dem überkandidelten Namen Lucifer Morningstar verrät er jedem, wer er wirklich ist. Wobei natürlich niemand seiner irren Geschichte Glauben schenkt. Schon gar nicht die Polizistin Chloe Decker. Ohne es zu ahnen, hat sie den Experten für menschliche Abgründe als Berater an ihrer ­Seite. Sind die Fälle des Duos meist kaum mehr als Krimiroutine, machen Lucifers spitzzüngige, herrlich selbstgefällige One-Liner höllisch Laune.